Vorsätze fürs neue Jahr. Fast ganz freiwillig!

Das Unterbewusstsein ist der Elefant, das Bewusstsein der Reiter desselben

Der Kalender rast Richtung Jahreswechsel und die heilige Zeit fliegt mir um die Ohren… stressige Besinnlichkeit, wie jedes Jahr halt. Zwischen «Oh du selige», Glühwein und Familienschläuchen stellt sich auch die Frage nach den guten Vorsätzen, denn mit dem neuen Jahr kommt ja scheinbar auch immer die Chance zu positiven Veränderungen.

Mehr Zeit für mich und für die Menschen, die mein Leben reicher machen. Gelassenheit in Dingen, die ich eh nicht ändern kann. Mehr Bewegung, Ballaststoffe und was sonst noch gut für mich ist. Im Fassen von guten Vorsätzen gibt es für mich keinen Grund zurückhaltend zu sein, denn meistens ändert sich ab der zweiten Woche Januar sowieso nicht viel.

Ja, mit Verhaltensänderungen ist das so eine Sache: Das Unterbewusstsein ist der Elefant, das Bewusstsein der Reiter desselben. Solange alles ruhig und unter Kontrolle ist, macht der Elefant, was der Reiter will. Und sobald Stress, Hektik oder gar Panik herrscht, staunt das Bewusstsein bisweilen, wo es das Unterbewusstsein hingetrieben hat. Soviel zum Thema «bewusst Leben», wenn sich Chef und Schüler im Stressen überbieten…

So war es jedenfalls bei mir fast immer – bis heute. Aber ab jetzt wird wirklich alles anders. Dies ist meine letzte Kolumne, danach halte ich meine Klappe – jedenfalls in der PraxisArena. Mit diesen Zeilen geht praktisch auch mein Berufsleben zu Ende. Ab Februar werde ich freiwillig im vorzeitigen Unruhestand weilen und damit bleibt von meinem über Jahrzehnte eingeübten Alltagstrott nichts, aber auch gar nichts mehr übrig.

Ich freue mich sehr und kann es kaum erwarten. Meinen vierzigjährigen Elefanten namens Berufsleben schicke ich in Rente. Welches Tier ich ab dem 3. Januar reiten werde, weiss ich noch nicht. Ich lasse mich überraschen… Böse Zungen meinen, es könnte durchaus eine Kreuzung zwischen Schmetterling und Rodeo-Pferd werden!

Ihnen, liebe Leserinnen und Leser danke ich für die vielen positiven Rückmeldungen auf meine Kolumne per E-Mail, Brief und auch persönlich. Bis Ende Januar erreichen Sie mich noch unter irene.lendenmann@juventus-woodtli.ch, danach ab und zu auf einer Holzbank vor einer Appenzeller Bergwirtschaft sitzend.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, Ihre

Irene Lendenmann

PS: Block und Kugelschreiber für diese Seite übergebe ich an Richard Münger. Er wird Ihnen davon berichten können, wie es sich als Mann in unserer Frauendomäne lebt und arbeitet.

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