Selten bis nie, doch wenn, dann heftig!

Bild Juventus Woodtli Zürich MPA

Neulich war ich bei meinem Hausarzt Emil; ein guter alter Freund. Mit ihm ging ich seinerzeit bei Fräulein Ott in die erste Klasse. Wie gewohnt läutete ich und trat ein. Doch das Bild, das sich mir bot, war nicht das übliche des freundlich lächelnden Empfangs, sondern das einer MPA mit weit aufgerissenen Augen und einer von Schweissperlen übersäten Stirn, in offensichtlicher Hektik, deren Grund sich mir nicht gleich auf Anhieb erschloss.

«Grüezi, Herr Münger», rief sie mir hastig und in einem leicht schrillen Tonfall zu. «Wissen Sie, weshalb Sie heute hierherkommen?» Die Fragezeichen über meinem Kopf füllten den Raum und ich erwiderte etwas erstaunt: «Ja-a, ich komme wegen …» «Ja, dann ist gut», klemmte sie mir gleich das Wort ab, «denn ich weiss es nämlich nicht!»

Was ist denn bloss mit Frau Meyer los? Das ist doch sonst nicht ihre Art. Und irgendwie wirkte die ganze Praxis etwas aus den Fugen. Ich fragte sie: «Und wo ist Emil?» Darauf sie: «Im Keller, er …» Doch sie brauchte den Satz nicht mehr zu beenden, denn schon hörte ich seine Stimme hinter mir sagen: «Der Server ist jetzt drei Jahre alt, bei mir gehen die Server immer nach drei Jahren kaputt!» Ich denke mir: Einwandfrei diagnostiziert, Emil! Der Fall war klar, der Server ist «abgeschmiert», wie das im Fachjargon heisst.

Gott sei Dank gehören solche Server-Totalausfälle zu den seltenen Krankheiten in der IT, aber wenn es passiert, dann ist wirklich die Hölle los. «Piep-piep-piep, Piep-piep-piep …», das Telefon klingelte. Ähnlich hektisch wie bei meiner Begrüssung nimmt Frau Meyer den Hörer ab und ich verfolge noch ein paar Gesprächsfetzen, während ich mit Emil in sein Praxiszimmer gehe: «Nein, ich kann den Termin nicht verschieben, ich bin blind …» – «nein, ich bin nicht über Nacht erblindet, ich sehe bloss nichts …» – «tot …» – «nein, nicht der Doktor, der Computer …»

Mit technoiden Grüssen
Ihr Richi Münger

Bild Juventus Woodtli Richard Muenger

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