Aus dem Bauch heraus

Richi Münger Zürich Intoleranz

«Ist in den vegetarischen Gerichten Kuhmilch drin?», fragte mein guter Freund Markus gestern Abend den Kellner im Restaurant. Nachdem die Antwort wie die Schätzung auf ein Ratespiel ausgefallen war, blieb Markus beim grünen Salat. Ohne Dressing, versteht sich, denn das enthält Histamine, die er nicht verträgt.

«Ach, der redet sich das doch ein», denke ich mir, während mir beim Anblick meines saftigen Steaks das Wasser im Mund zusammenläuft. Dazu Kartoffelgratin und diese Kräuterbutter … Mmmhhh.

Zwei Stunden später. Ich liege mit Bauchschmerzen im Bett. Hätte ich mal besser auf Markus gehört und mir auch das öde Grünzeug bestellt. Er warnte mich noch, wie ungesund Milchprodukte seien und dass sie nicht nur für Schlappheit und Bauchschmerzen verantwortlich seien, sondern auch für ernsthaftere Krankheiten. Ach. Und in einem Selbsttest hat er letztens herausgefunden, dass er nach histaminhaltigen Lebensmitteln häufig Bauchschmerzen bekommt. Er habe also auch eine Histamin-Intoleranz. Es schaudert mir. Muss ich nun gänzlich auf mein geliebtes Butterbrot verzichten? Und was ist mit Käse? Vielleicht habe ich auch eine dieser Unverträglichkeiten? Oder gleich mehrere? So selten sollen die ja gar nicht mehr sein heutzutage.

Heute Morgen berichte ich meiner Frau von meiner schlaflosen Nacht. Und was tat sie? Sie krümmte sich vor Lachen. Ihr schien das ganze Ausmass gar nicht bewusst zu sein. Essen, meine grösste Leidenschaft, soll ab sofort zur Qual werden?

«Ach Schatz …», versuchte sie mich zu beruhigen. «Du hast gestern einfach zu viel gegessen – da sind Bauchschmerzen vorprogrammiert.» Ob sie Recht hat? Meine Frau hat immer Recht … Vielleicht gehe ich sicherheitshalber doch lieber zum Arzt, um ihm zu sagen, dass ich unter einer Unverträglichkeit leide?

Mit Hypochonder’schen Grüssen
Richi Münger

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